Superman Reborn/Lives

SUPERMAN REBORN

Jon PetersAnfang 1993 gingen die Rechte am Superman-Franchise an Warner Bros. über, nachdem Alexander und Ilya Salkind zuvor vergeblich versuchten, den Mann aus Stahl wieder auf die Kinoleinwand zu bringen. Nach dem Erfolg der Comic-Reihe "Supermans Tod" plante das Studio, eben jene Geschichte zu verfilmen und übergab Jon Peters das Zepter. Peters holte Autor Jonathan Lemkin mit ins Boot, um einen Superman-Film für die MTV-Generation der 1990er Jahre zu machen. Ähnlich wie bei Batman Forever sollte Supermans Potential als Spielzeugfigur genutzt werden. Führende Spielzeughersteller bestanden darauf, Lemkins Script noch vor dem Stichtag der Internationalen Spielzeugausstellung zu sehen.

Das Drehbuch mit dem Titel Superman Reborn beinhaltete Beziehungsprobleme zwischen Lois Lane und Clark Kent und Supermans Kampf gegen Doomsday. Als Superman seine Liebe gegenüber Lois bekennt, springt seine Lebenskraft zwischen beide und schenkt Lois, in dem Moment, in dem er stirbt, eine Jungfrauengeburt. Ihr Kind, das innerhalb von drei Wochen zu einem 21-jährigen Mann heranwächst, wird zum auferstandenen Superman und rettet die Welt. Warner Bros. fand aufgrund der zu großen Ähnlichkeit zu den Heldenmotiven in Batman Forever keinen Gefallen an dem Drehbuch.

Kevin SmithPeters verpflichtete Gregory Poirier, der das Drehbuch neu schreiben sollte. Im Dezember 1995 lieferte Poirier ein Script ab, in dem Brainiac Doomsday, durch dessen Körper Blut aus Kryptonit fließt, erschafft. Superman und Lois haben Liebesprobleme und der Mann aus Stahl nimmt die Hilfe eines Psychiaters in Anspruch, ehe er von Doomsday getötet wird. Ein Außerirdischer namens Cadmus, ein ehemaliges Opfer Brainiacs, stiehlt den Leichnam. Superman wird wieder zum Leben erweckt und besiegt Brainiac mit Cadmus' Hilfe. Dabei trägt Superman einen robotischen Anzug, da er seine Kräfte erst wieder erlernen muss. Weitere Gegner sind der Parasit und Silver Banshee. Warner Bros. war von Poiriers Script beeindruckt. Dennoch wurde Kevin Smith damit beauftragt, ein neues Drehbuch zu schreiben. Smith war der Meinung, Poiriers Script halte sich zu wenig an die Comic-Vorlage.


SUPERMAN LIVES

Superman LivesIm August 1996 ging Kevin Smith mit seinen ersten Ideen zu Jon Peters und erhielt die Erlaubnis, das Drehbuch zu schreiben. Allerdings musste er sich dafür an drei Bedingungen halten. Peters wollte, dass Supermans Anzug komplett schwarz ist, da ihm das traditionelle Kostüm "zu schwul" erschien. Darüber hinaus sollte Superman nicht fliegen, da er sonst "wie ein übergroßer Pfadfinder" aussehe. Smith machte Superman im Flug zu einem verschwommenen rot-blauen Schweif, der bei jedem Flug einen Überschallknall verursachte. Als Höhepunkt des Films schwebte Peters ein Kampf gegen eine Riesenspinne vor. Smith akzeptierte die Bedingungen und begriff, dass er nur angestellt wurde, um vorgefertigte Ideen in die Tat umzusetzen. Warner Bros. und Peters brachten ihn auch dazu, einen Kampf zwischen Brainiac und Eisbären in der Festung der Einsamkeit zu schreiben. Peters' Wunsch war es auch, dass Brainiac Lex Luthor einen außerirdischen Hund schenkt, da man auch daraus ein Spielzeug machen könne. Die zusätzlichen Ähnlichkeiten zu Star Wars, wie z.B. Brainiacs leicht schwul wirkender Roboter L-Ron ("ein schwuler R2-D2 mit Attitüde"), gingen auf die kurz zuvor veröffentlichte Star Wars-Trilogie zurück. Seine Riesenspinne konnte Peters schließlich bei Wild Wild West, einem anderen Film, den er produzierte, wiederverwerten.

Ben AffleckSmiths Entwurf mit dem Titel Superman Lives sah es vor, dass Brainiac Doomsday auf die Erde sendet, um Superman zu töten. Zudem sollte die Sonne verdunkelt werden, um ihn seiner Kräfte zu berauben. Brainiac schließt sich mit Lex Luthor zusammen, doch Superman wird vom Eradicator, einem kryptonischen Roboter, wieder zum Leben erweckt. Brainiac hegt den Wunsch, den Eradicator und dessen Technik in seinen Besitz zu bringen. Nach seiner Auferstehung ist Superman vorerst nicht mehr im Besitz seiner Superkräfte und wird deshalb vom Eradicator mit einer Schutzpanzerung umkleidet. Dennoch gelingt es ihm, Brainiac zu schlagen. Smiths Casting-Vorstellungen: Ben Affleck als Clark Kent/Superman, Linda Fiorentino als Lois Lane, Jack Nicholson als Lex Luthor, Famke Janssen als Mercy, John Mahoney als Perry White, David Hyde Pierce als Eradicator, Jason Lee als Brainiac und Jason Mewes als Jimmy Olsen.

Robert Rodriguez erhielt das Angebot, bei Superman Lives Regie zu führen, doch aufgrund seiner Zusage beim Film The Faculty musste er absagen, obwohl er Smiths Script mochte. Smith hingegen favorisierte von Anfang an Tim Burton für die Rolle des Regisseurs, und so kam es, dass Burton einen "Pay-or-Play"-Vertrag in Höhe von 5 Mio. US-Dollar unterzeichnete. Warner Bros. beschleunigte die Produktion legte den Kinostart auf Sommer 1998 fest. In diesem Jahr feierte Superman seinen 60. Geburtstag. Nicolas Cage, ein großer Comic-Fan, unterschrieb einen "Pay-or-Play"-Vertrag in Höhe von 20 Mio. US-Dollar für die Hauptrolle und glaubte, er könne Superman "neu erfinden". Burton erklärte, durch die Verpflichtung von Cage sei es "erstmals möglich zu glauben, dass niemand Clark Kent als Superman erkennen könne. Er [Nicolas Cage] könne seine Person physisch verändern."

Nicolas CageKevin Spacey war für die Rolle des Lex Luthor vorgesehen, während Tim Allen behauptete, er befinde sich in Gesprächen für Brainiacs Rolle, die eigentlich für Jim Carrey vorgesehen war. Courtney Cox sollte Lois Lane spielen, während Chris Rock als Jimmy Olsen bestätigt wurde. Auch Michael Keaton, der unter Burton das Fledermaus-Kostüm trugt, bestätigte seine Beteiligung, doch auf Nachfrage, ob er Batman spielen werde, antwortete er nur "nicht ganz".

Ursprünglich sollten die Dreharbeiten im Frühjahr 1998 beginnen. Im Juni 1997 ging Superman Lives in die Vorproduktion. Burton entschied sich jedoch, Wesley Strick ein neues Drehbuch erarbeiten zu lassen, da er seine eigene Version von Superman umsetzen wollte. Smith versuchte gar nicht erst, seine Enttäuschung zu verbergen: "Das Studio war mit meiner Arbeit zufrieden. Dann kam Tim Burton hinzu, und nachdem er seinen Vertrag unterzeichnet hatte, drehte er sich um und sagte, er wolle seine Version von Superman machen."

Strick las zunächst Smiths Drehbuch und war davon wenig begeistert. Nachdem er The Death and Return of Superman gelesen hatte, verstand er allerdings einige Stellen von Smiths Entwurf besser. Stricks neues Drehbuch zeigte Superman als einen Existentialisten, der sich selbst auf der Welt als Außenseiter sieht. Superman wird von Brainiac und Lex Luthor bedroht, die später zu "Lexiac", laut Strick ein "schizophrener Super-Feind", verschmelzen. Superman wird später von "K", einer natürlichen Kraft, die den Geist von Krypton symbolisiert, wieder zum Leben erweckt und besiegt Lexiac.

Tim BurtonBurton wählte Pittsburgh, Pennsylvania, als Metropolis aus, während der Starttermin weiter nach hinten verlegt wurde. Ein kleiner Teil des Krypton-Sets wurde gebaut, aber schließlich wieder zerstört. Sogar Nicolas Cage erschien zu einer Kostüm-Anprobe. Das Filmstudio zog es zudem in Erwägung, den Filmtitel von Superman Lives wieder in Superman Reborn zu ändern. Nach und nach erachtete Warner Bros. Stricks Drehbuch als zu teuer und beauftragte Dan Gilroy damit, es zu überarbeiten und ein wirtschaftlich machbares Projekt zu entwickeln. Gilroy gelang es, die ursprünglich für Wesley Stricks Script benötigten 190 Mio. US-Dollar auf 100 Mio. US-Dollar zu drücken, doch das Studio war dennoch nicht gewillt, die Produktion des Films zu beschleunigen. Andere Filmprojekte genossen zunächst Vorrang.

Im April 1998 setzte Warner Bros. Superman schließlich in die Warteschleife und Burton widmete sich dem Film Sleepy Hollow. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Produktionskosten bereits bei 30 Mio. US-Dollar, obwohl kein einziges Bild im Kasten war. Bis heute beschreibt Burton seine Erfahrungen mit Superman Lives als die schlimmsten seines Lebens: "Ich habe ein Jahr verschwendet. Ein Jahr ist lang, wenn man mit jemandem zusammenarbeitet, mit dem man nichts zu tun haben will."

Nach dem enttäuschenden Produktionsverlauf fand Warner Bros. im September 1998 Gefallen an einem eingereichten Drehbuch von Alex Ford. Das Buch trug den Namen Superman: The Man of Steel. Ford schwebte eine siebenteilige Reihe vor und seine Herangehensweise beeindruckte das Filmstudio und Peters, obwohl man sich später aufgrund von kreativen Differenzen von ihm trennte. "Ich kann euch sagen, dass sie nicht viel über Comics wissen. Ihr Publikum sind nicht du und ich, die sieben Dollar an der Kinokasse bezahlen. Sie machen es für die Eltern, die 60 Dollar für Spielzeugfiguren und Frühstücksdosen ausgeben. Es ist ein Geschäft, und was ist wichtiger, die 150 Mio. Dollar an den Kinokassen oder die 600 Mio. Dollar beim Merchandising?", sagte Ford später.

Später bot Peters die Rolle des Regisseurs Ralph Zondag, Michael Bay, Shekhar Kapur, Brett Rattner und Martin Campbell an, die jedoch allesamt ablehnten. Auch Simon West und Stephen Norrington sollen im Gespräch gewesen sein. Diesmal schrieb Tony Gilroy (Armageddon) das Drehbuch. Im Juni 1999 wurde William Wisher Jr. damit beauftragt, ein neues Drehbuch zu schreiben. Nicolas Cage sollte ihm dabei assistieren, doch er zog sich ein Jahr später aus diesem Projekt vollkommen zurück. Im August 2000 reichte Wisher ein komplett neues Drehbuch ein, das zahlreiche Elemente aus der Matrix-Trilogie enthalten sollte.

Im Oktober 2000 reichte Keith Giffen eine 17-seitige Abhandlung mit Lobo als Supermans Gegenspieler ein, doch Warner Bros. wollte sich damit nicht weiter beschäftigen. Daraufhin sprach man Oliver Stone an, der Wishers Drehbuch umsetzen sollte, doch auch er lehnte ab. Im April 2001 sollte schließlich Paul Attanasio ein weiteres Drehbuch schreiben und hierfür 1,7 Mio. US-Dollar verdienen. Peters bot daraufhin Will Smith die Superman-Rolle an, doch Smith lehnte aus ethnischen Gründen ab.

 
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