Superman V

Superman gegen Nuclear ManDie Planungen zu Superman V begannen Anfang 1988. Cannon Films, die bereits für Superman IV - Die Welt am Abgrund verantwortlich waren, sollten sich auch bei diesem Projekt um die Story und die Produktion kümmern. Als Starttermin wurde der Sommer 1989 ins Auge gefasst. Zu einem Drehbuch ist es zwar nie gekommen, doch es war geplant, auf rund 45-minütiges Material zurückzugreifen, das für den vierten Teil der Superman-Saga nicht verwendet wurde. Die Laufzeit von Superman IV - Die Welt am Abgrund betrug ursprünglich über zwei Stunden, ehe der Film auf 90 Minuten gekürzt wurde. Das nicht verwendete Material sollte für Superman V verwendet werden.

Für diejenigen, die Cannons Ruf, an allen Ecken und Enden Produktionskosten einzusparen, kannten, war diese Vorgehensweise keine große Überraschung. Eine Kampfszene zwischen Superman und Nuclear Man, der im vierten Teil von Lex Luthor erschaffen wurde, wäre definitiv wiederverwendet worden. Diese Szene kostete 6 Mio. $ und wurde dennoch herausgeschnitten. Betrachtet man die Produktionsfotos und die Storyboards, kann man erkennen, dass es bei dieser Szene nichts zu lachen gab. Man sagt sogar, dass diese Szene, vorausgestzt, sie wäre nicht herausgeschnitten worden, der größte Kampf der Superman-Serie gewesen wäre.

Die Testvorführung zu Superman IV - Die Welt am Abgrund fand in Orange County, Kalifornien, statt, komplett ungeschnitten. Die Einschätzungen des Publikums führten zu einer Menge Änderungen. Viele glauben, dass das dazu führte, dass wichtige Stellen herausgeschnitten wurden, z.B. die Antwort auf die Frage, was nach Supermans Rede vor der UN-Vollversammlung mit Jeremy passiert ist. Der Cutter, John Shirley, wurde schließlich damit beauftragt, den ursprünglich 134 Minuten dauernden Film auf 90 Minuten zu kürzen. Es wird sogar geglaubt, dass das rund 45-minütige Material tatsächlich zerstört wurde.

Einige wenige Fans glauben, dass das verlorene Material Superman IV - Die Welt am Abgrund zu einem deutlich besseren Film (sogar zu einem epischen Meisterwerk!), der an Richard Donners Superman - Der Film heranreicht, gemacht hätte. So kam es dazu, dass eine kleine Fangemeinde heranwuchs, die den abwechslungsreichen Film-Stil und die ausgefallene Geschichte schätzt, trotz aller Kontroversen über die Probleme des Films.

Dessen ungeachtet war Superman IV - Die Welt am Abgrund ein Misserfolg an den Kinokassen. Viele geben dem schlechten Schnitt die Schuld für die Erfolglosigkeit, andere den auffallend verschiedenen Effekten. Allerdings hatte Cannon auch nicht das nötige Geld, um den Film besser zu vermarkten.

Christopher Reeve spielte mit dem Gedanken, das Cape an den Nagel zu hängen, da er das Gefühl hatte, der Film könne womöglich nicht an die monumentalen Vorgänger anschließen. Es musste also ein Ersatz für den zurückhaltenden und immer teurer werdenden Christopher Reeve her. Cannon Films dachte darüber nach, die Filmreihe mit einem neuen Schauspieler fortzuführen, doch schließlich nahm man von dieser Idee Abstand. Das Superman-Franchise fiel in die Hände zweier Bekannter zurück: Alexander und Ilya Salkind. Die Salkinds erlangten die Rechte zurück, da Cannon die Option auf einen weiteren Film nicht rechtzeitig zog. Ihr Ziel war es, Superman mit ihrer neuen und immer erfolgreicher werdenden TV-Serie Superboy, die im Oktober 1988 Premiere feierte, zurückzubringen. Der Film trug den Titel Superman: The New Movie und Gerard Christopher, der Star der Superboy-Serie, sollte die Hauptrolle übernehmen.

 
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